Keep Cool II
Keep Cool II. EU-Projekt zeigt Wege zu nachhaltigem Sommerkomfort für Büro-Sanierungen
"Keep Cool" - So hätte auch das Motto des gescheiterten Klimagipfels in Kopenhagen lauten können. Anders als die ergebnislose Zusammenkunft der Staatenlenker im Dezember 2009, formuliert das EU-Projekt Keep Cool II aber ganz konkrete Lösungsvorschläge für die nachhaltige Klimatisierung von Büro- und Verwaltungsgebäuden und liefert somit wertvolle Ansätze und Ergebnisse für energiesparende Büro-Sanierungen, die zumindest in Europa zum Standard werden sollen. Der im Projekt formulierte Ansatz eines "nachhaltigen Sommerkomforts" soll Gebäudenutzern angenehme Arbeits- und Umgebungsbedingungen bei minimalem Einsatz fossiler Energieträger bringen.
Über KeepCool
Keep Cool mit Sonnenschutz
Während durch Maßnahmen zur thermischen Sanierung der Heizwärmebedarf für Gebäude immer kleiner wird, steigt der Energiebedarf für die Gebäudekühlung rasant an. Seit zirka 50 Jahren wurde der Sommerkomfort immer häufiger mittels Klimatechniken bereitgestellt; der Strombedarf für Lüften und Kühlen ist das am rasantesten wachsende Verbrauchersegment. Um diesem Trend entgegen zu wirken, wurde das Projekt KeepCool initiiert.
Nachdem es in den letzten 30 Jahren gelungen ist, Häuser ohne konventionelle Heizung zu planen und zu bauen, sollte es auch möglich sein, hohen sommerlichen Komfort vor allem durch passive Maßnahmen (Gebäudeorientierung, optimale Fensterflächenanteil, Sonnenschutz, hohe Tageslichtautonomie ...) und weitgehend ohne aktive Kühlsysteme zu erreichen.
Die Gebäudehülle ist entscheidend für den Komfort im Innenraum, gelangt viel Energie außerhalb der Heizperiode über transparente Flächen ins Gebäude, kommt es je nach Bauweise früher oder später zu Überwärmung. Vor allem an Ost- und Westfassaden, wo infolge der tief stehenden Sonne die maximale Einstrahlung auftritt, gibt es kaum architektonische Möglichkeiten, Gebäude ausreichend gegen Überwärmung zu schützen.
Produktsteckbriefe
Als Schlüsseltechnologie für nachhaltigen Sommerkomfort hat sich auch in KeepCool die Sonnenschutztechnik erwiesen; denn dieser kann den Kühlbedarf von Gebäuden um bis zu 75% reduzieren wodurch in unseren Breiten bis zu 50% aller Klimageräte überflüssig wären.
Der Bundesverband Sonnenschutztechnik Österreich hat für KeepCool II Produktsteckbriefe als Planungshilfe beigesteuert.
Um Planern, Facility Managern und Bauherrn eine Hilfestellung bei der Auswahl der richtigen Sonnenschutz- und Verschattungsmaßnahme zu bieten, weisen die Produktsteckbriefe für die gängigsten Systeme zum einen typische Energie-Einsparwerte hinsichtlich Kühlen, Beleuchten und Heizen aus und zum anderen lassen sich damit typische Produktprofile darstellen.
Die Produktsteckbriefe ermöglichen damit eine klare Produktdifferenzierung hinsichtlich der meist sehr komplexen Anforderungen wie Energieeffizienz, Tageslichtnutzung, Einbaulage, Lebenserwartung oder Windbeständigkeit.
Die KC2-Produktsteckbriefe als PDF
Österreichische Projektpartner
- BVST als einer der beiden Vertreter von ES-SO (Europäischer Sonnenschutzverband) www.es-so.eu
- AEA Österreichische Energieagentur, www.energyagency.at
- AEE-Intec Institut für Nachhaltige Technologien www.wee-intec.at
- AIT Austrian Institute of Technology www.ait.ac.at
Ansatz und Ergebnisse von KeepCool
Die zentrale Idee des Projekts ist es, den althergebrachten „Klimatisierungsansatz“ durch den „nachhaltigen Sommerkomfort-Ansatz“ auch und vor allem bei Sanierungsmaßnahmen zu ersetzen. Unter nachhaltigem Sommerkomfort wird dabei verstanden, dass Gebäudenutzer in den Sommermonaten angenehme Arbeits- und Umgebungsbedingungen vorfinden, die mit minimalem Einsatz fossiler Energieträger erreicht werden. Dabei finden drei Grundvoraussetzungen Anwendung:
- Bester verfügbarer Wissensstand und Technik werden bei der Konzeption der Gebäudehülle und für Sanierungen berücksichtigt.
- Passive Kühltechniken stehen im Vordergrund.
- Komfort- und Anpassungsbedürfnisse von Gebäudenutzern in klimatisierten Gebäuden werden entsprechend der EN 15251-2007 berücksichtigt.
Die EU-Norm EN 15251:2007 „Eingangsparameter für das Raumklima zur Auslegung und Bewertung der Energieeffizienz von Gebäuden“ gibt auch Empfehlungen für Innentemperaturen in natürlich belüfteten und passiv gekühlten Gebäuden. Die Kategorien A, B und C definieren den Anforderungsgrad an das Gebäude bzw. den thermischen Komfort (A: höchste, C: niedrigste Anforderungen).
Im ersten Keep Cool-Projekt wurde die Erreichung eines nachhaltigen Sommerkomforts in 10 Schritten definiert, die aufeinander aufbauen:
- Definition von Komfortzielen möglichst anhand adaptiver Komfortmodelle.
- Auswahl des Gebäudestandorts unter dem Aspekt des nachhaltigen Sommerkomforts z.B. in der Nähe von Wasserflächen, natürlicher Vegetation usw.
- Kontrolle und Reduktion externer Wärmegewinne über die Gebäudehülle (passive Maßnhamen wie Fensterflächenanteil und Verschattung)
- Aktivierung thermischer Massen.
- Reduktion interner Lasten.
- Gebäudenutzer können sich individuell an Hitzeperioden anpassen, Stichwort „Kleiderordnung“.
- Einsatz passiver Kühltechniken (Sonnenschutztechnik).
- Einsatz aktiver, solar unterstützter Systeme.
Wenn nach diesen Maßnahmen die gesetzten Komfortanforderungen nicht erreicht werden, sollen hocheffiziente Klimaanlagen eingesetzt werden. Darüber hinaus sollen Facility Manager und Gebäudenutzer geschult werden, um die Anlagentechnik angemessen bedienen und für eine korrekte Wartung sorgen zu können.
Links
Downloads
Keep Cool II – Vom Kühlen zum Nachhaltigen Sommerkomfort
Quelle: Keep Cool II Projektleitung Barbara Dröschl, 2009
IZES GmbH Institut für ZukunftsEnergieSysteme
an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW)
D-66115 Saarbrücken
Nachhaltiger Sommerkomfort im ProjektKeep Cool II
Quelle: AEE-Intec Charlotta Winkler, 2008
AEE - Institut für Nachhaltige Technologien
Gleisdorf, 2008
Quelle: Susan Niemi, 2009
IFAI - Industrial Fabrics International Association
1801 Roseville, MN 55113-4061 | USA








