DAS KANN SONNENSCHUTZ.

BVST Positionspapier 2010

Der Bundesverband Sonnenschutztechnik BVST ist der Dachverband der österreichischen Sonnenschutzindustrie und repräsentiert 23 Mitgliedsbetriebe mit insgesamt über 1300 Mitarbeitern. Die Branche sichert - Fachhandel und Montagebetriebe eingerechnet - ca. 10.000 Arbeitsplätze und erwirtschaftet einen Außenumsatz von über 300 Mio. Euro.

 

Der BVST ist Gründungsmitglied des Europäischen Dachverbandes ES-SO (European Solar Shading Organization) mit derzeit 15 Mitgliedsstaaten mit insgesamt ca. 400.000 Arbeitsplätzen.

 

Die Sonnenschutzindustrie entwickelt, konstruiert, fertigt, installiert und wartet maßgefertigte Sonnenschutz-Systeme (vor allem Jalousien, Rollläden, Markisen und Blendschutzvorrichtungen), die den solaren Energieeintrag und das Tageslichtangebot im Gebäude kontrollieren.

 

Die wichtigste Aufgabe des Sonnenschutzes besteht im bedarfgerechten Management der stark variierenden solaren Einträge über transparente Bauteile wie Fenster und Fassaden zur Vermeidung von Überwärmung außerhalb der Heizperiode und zur Nutzung solarer Gewinne während der Heizperiode. Hinzu kommt der Aspekt der blendfreien Tageslichtnutzung, um den Einsatz von Kunstlicht zu reduzieren.

 

Der BV Sonnenschutztechnik befasst sich seit jeher mit der Energieeffizienz sowie mit dem Komfort von Wohn- und Servicegebäuden. Daher begrüßt der BVST die novellierte EU-Gebäuderichtlinie und ist an deren Umsetzung in Österreich sehr interessiert.

 

Moderne Sonnenschutztechnik ermöglicht im Sinne der Gebäuderichtlinie:

 

  • Bis zu 100% Einsparung beim Kühlbedarf durch Reduktion des Wärmeeintrages

  • Bis zu 25% Reduktion des Heizwärmebedarfes durch gezielte Nutzung solarer Gewinne

  • Bis zu 80% weniger Strom für elektrische Beleuchtung durch optimierte Tageslichtnutzung

  • Höchste Energieeffizienz durch Energieeinsparung im Sinne der Trias Energetica

 

Auf Gebäude entfallen etwa 40% des gesamten Energieverbrauchs in der EU und es ist bekannt, dass unter wirtschaftlichen Rahmenbedingungen über 20% Energieeinsparung im Gebäudebereich möglich sind.

 

Die Richtlinie für die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden ist ein sehr ehrgeiziges Projekt auf europäischer Ebene. Die Umsetzung der Richtlinie aus 2002 ist in allen Bundesländern vollzogen und hat deutlich erkennbare Veränderungen in den Bautechnikgesetzen, den Fördermodellen, dem Immobilienmarkt und in der öffentlichen Diskussion bewirkt.

 

Die im Juli erschienene Neufassung der Richtlinie ist sehr ambitioniert und geht einige Schritte weiter. Unter anderem werden nun auch die wichtigen Bereiche der Gebäudekühlung und Beleuchtung fokussiert. In diesem Zusammenhang weist die Richtlinie explizit auf das Energieeinsparpotenzial von passiven Maßnahmen wie der Sonnenschutztechnik hin.

 

Der Europäische Sonnenschutzverband ES-SO und der BV Sonnenschutztechnik zeigten bereits in einer europaweit angelegten Studie Namens „ESCORP“, dass die konsequente Nutzung von Sonnenschutz-Systemen bis zu 10% des gesamten Energieverbrauchs in Gebäuden einsparen könnte (siehe hierzu http://www.bvst.at/fileadmin/pdf/ESCORP-EU25.pdf).

 

Der Bundesverband Sonnenschutztechnik verfasst dieses Positionspapier im Vorfeld der erforderlichen Überarbeitung der Bautechnikgesetze und Wohnbauförderungen sowie der Anpassung der Energie- und Klimastrategien des Bundes und der Länder. Ziel dieses Positionspapiers ist es, auf die Bedeutung der Sonnenschutztechnik in der politischen und öffentlichen Diskussion aufmerksam zu machen und den Bundesverband in die Umsetzung der Gebäuderichtlinie aktiv einzubinden.